
Ein gespanntes Knistern lag in der Luft, als sich am Sonntag die Zelte auf dem Planeten Neubrunna mit Leben füllten. Rucksäcke plumpsten auf die Wiese, überall liefen komische aussehende Außerirdische herum und in den Gesichtern der Kinder spiegelte sich eine Mischung aus Vorfreude auf die nächsten zehn Tage und vorsichtiger Skepsis. Niemand ahnte, dass in den nächsten 10 Tagen nicht einfach nur gezeltet wird, sondern eine intergalaktische Reise durch die Weiten des Universums angetreten wird. Und so begann das Galaxielager 2025.
Und was braucht eine gute Reise auf einem Raumschiff? Natürlich eine gut ausgebildete Crew. Und so wurde nachdem sich alle Mitarbeiter mit ihren alternativen Lagerpersonas vorstellten, erst einmal das Lagerlied gesungen, der Schlachtruf vorgetragen und die Regeln für unsere bevorstehende Reise vorgestellt.
Und schon war es soweit. Kaum war der letzte Koffer verstaut und das letzte Taschentuch gewedelt, öffnete sich auch schon das Tor zum All. Die Mitarbeiter hatten die Rakete vorbereitet und so erklangen in der Jurte das erste Mal dieses Jahr die traditionellen Gesänge der neuen Astronauten und Astronautinnen. Beendet wurde der erste Abend wie immer mit einer Fackelwanderung, bei der die Teilnehmer erfuhren, dass Sie auf dem Planeten Neubrunna zwar Notlanden mussten, aber die dort beheimatete Spezies der Mitarbeiter sich natürlich angeboten hat zu helfen.
Der Montag stand ganz im Zeichen der Versorgungslinien. Denn eine Galaxieexpedition ohne Brennstoff ist natürlich undenkbar. Aber die Mitarbeiter hatten einen Streit. Keiner konnte sich darauf einigen, wie und welchen Brennstoff man nun am besten benutzt, um die Teilnehmer wieder sicher nach Hause zu bringen. Und so ergab es sich, dass sich die diesjährigen Olympiagruppen einfanden und ihrer ersten großen Herausforderung gegenüberstanden: Der Holzolympiade. Mit fast übermenschlicher Energie wurden natürlich nur die besten Stücke Brennholz aus dem Wald gezogen, bis am Ende des Tages genug Holz für die nächsten zehn Nächste gesammelt war. Am Abend loderten die ersten Flammen des selbst erarbeiteten Treibstoffes und so konnten alle zwar fertig, aber mit einem Lächeln im Gesicht, ins Bett gehen.
Der Dienstag kam und mit ihm eine offizielle Eröffnungszeremonie des Wettstreits unter den Mitarbeitern. Es wurden Teamnamen erfunden, Fähnchen entworfen und eigene Schlachtrufe kreiert. Alles natürlich unter dem wachsamen Auge des intergalaktischen Rates, der gemeinsam mit dem intergalaktischen Herrscher Baby Yoda die jeweiligen Präsentationen bewertete. Auch eine eigene Rakete durfte jedes Team entwerfen und es zeigte sich schnell, dass die Teams gut zusammenfanden. Als mittags dann auch endlich der Regen aufhörte wurde dies erst einmal mit einer spontanen Schlammschlacht gefeiert. Am Nachmittag durften sich die Teilnehmer aussuchen, welche Mitarbeiter sie bei ihren tagtäglichen Aktivitäten unterstützen. Es wurden Geschichten geschrieben, Experimente ausgeführt, gebaut und sogar eine Galaxie Wellness wurde angeboten.
Der Mittwoch brachte endlich den endgültigen Wetterumschwung und das wurde vormittags natürlich sofort ausgenutzt. Erst am vorherigen Tag mussten die Gruppen an intergalaktischen Reisenden ihr Team benennen und schon gab es die erste Herausforderung für diese frischen Astronauten und Astronautinnen: Der Stationenlauf. Von Asteroideneinschläge lenken, intergalaktische Nachrichten entschlüsseln und Sternbildern erkennen wurden die Reisenden auf jede mögliche Art mit den Weiten des Universums vertraut gemacht und mussten ihre Fähigkeiten präsentieren. Nach dem Mittagessen ging es galaktisch weiter, bei der Themenarbeit zum Motto „Der Blick von Oben“ als Teil eines großen Ganzen, bei dem klar wurde: Ob Sonne, Saturn oder Jupiter – nur gemeinsam ergab das Puzzle ein ganzes Bild. Die Message: In der Galaxie wie im Leben braucht es jede und jeden, um eine starke Gemeinschaft zu bilden. Abends ging es luxuriös weiter: Für die Jüngeren öffnete das legendäre Dampfbad mit Wanne und Massage, während die Älteren beim knisternden Stockbrot ihre eigene Form von Wellness fanden.
Am Donnerstag durfte die Crew sich erneut kreativ ausleben, denn der Tag begann mit Workshops! Batiken, Leinwände bemalen, Schmuck basteln, Flaschenpost ins All schicken oder gar eine Sauna bauen: der Einbildungskraft waren keine Grenzen gesetzt. Am Nachmittag ging es in „Gott und die Welt“ um große Fragen. Was macht unser Leben reich? Wo werden Menschen übersehen? Und wie können wir unsere Erde gerechter gestalten? Tiefgründige Gedanken, denen die Teilnehmer in Alter aufgeteilt auf den Grund gehen konnten. Abends gab es nochmal Action, als klar wurde, dass das Nachtgeländespiel ansteht! Nur mit Mut, Geschick und Strategie konnten die Teams die dringend benötigte Ausrüstung für ihre nächste Reise beschaffen. Geheimnisvolle Leuchtstäbe zeigten im Dunkeln die Richtung und beleuchtet von den Sternen wurde gemeinsam gelacht, gesucht und am Ende auch gefunden.
Am Freitag war es endlich Zeit für die große Wanderung. Ausgestattet mit Proviant und frisch ausgeteilten Lagershirts ging es über Hügel, durch Wälder und durch kleine Waldwege, bis wir am Ende des Tages an unserem Ziel ankamen: Dem Freibad auf Neubrunna. Und während zwar auf der Reise oft über schmerzende Füße geredet wurde, verschwand diese Müdigkeit plötzlich, als alle voller Freude im kalten Nass spielen konnten. Als alle Reisenden völlig erschöpft wieder am Lagerplatz ankamen erwartete sie noch eine Überraschung: Das Aufenthaltszelt wurde zum Kino und eingelullt in Decken und Schlafsäcke wurde beim Bergfest mit Snacks und Mocktails der Film Wall-E geschaut und der Tag so zu einem entspannten Ende gebracht.
Luxuriös ging es am Samstag weiter mit einem Brunch, bei dem es von Galaxie-Pancakes bis zu Astronauten Porridge alles gab, was das Herz begehrte. Danach stand das Taggeländespiel auf dem Saturn, dem intergalaktischen Handelsplaneten, auf dem Programm. Mit List und Schnelligkeiten mussten die Teams Symbole sammeln und Räuber austricksen. Am Abend gab es wieder eine Möglichkeit zu entspannen: Die Großen schwitzten im Dampfbad, die Kleinen rösteten ihr Stockbrot – ein Ritual, das keiner im Universum missen möchte.
Der Sontag brachte sportliche Höhepunkte. Bei der Olympiade wurde gezogen, geworfen, gelaufen und… Wasser gesammelt? Auf jeden Fall wurde gelacht und das natürlich alles unter lautem Jubeln der Teams. Nachmittags durften die Crews noch einmal ihre Kreativität ausleben in weiteren Workshops. Es wurden Lichtschwerter gebaut, Miniaturgalaxien gebastelt und vieles mehr. Am Abend duften die Älteren auf eine streng geheime Mission aufbrechen: Der Ü-Aktion. Die übrig gebliebenen kochten am Feuer das beste Essen in der ganzen Galaxie und spielten verschiedenste Spiele.
Der Montag stand im Zeichen von Gemeinschaft und Ruhe. Beim Steil-Geh-Tag konnten die Teilnehmer sich zu den Mitarbeitern ihrer Wahl gesellen und Sie ein wenig außerhalb des Programms kennenlernen. Es wurden Spiele gespielt, sich gegenseitig geschminkt, und viel geredet und gescherzt. Nachmittags gab es schon die ersten Anzeichen von einem Ende unserer Reise, denn die ersten Vorbereitungen für das Abschlussfest wurden getroffen. Dekoration wurde gebastelt, Programm geplant und vorbereitet und die Bühne aufgebaut. Abends wurde es sinnlich, mit einem kleinen Werkstatt-Gottesdienst, bei dem die Teilnehmer bei verschiedenen Stationen überlegen konnten, was ihnen wirklich wichtig ist.
Am Dienstag dann der Höhepunkt: Das Abschlussfest. Somit war der gesamte Tag durchzogen mit verschiedenen letzten Aufgaben, bevor es wieder zurück auf den Planeten Erde geht. Die ersten Zelte wurden geputzt und abgebaut, das Programm wurde ein letztes Mal geprobt und eine letzte Rakete wurde aufgebaut von der aus das Programm beobachtet werden konnte. Abends verwandelte sich der Zeltplatz in eine intergalaktische Disco. Spiele, Wetten zwischen Mitarbeitern und Teilnehmern, Schauspiel und sogar das Debüt der Teili-Band sorgten für eine Feier, die bis tief in die Nacht dauerte. Und natürlich durfte auch die Preisverleihung der Olympiade nicht fehlen – Pokale, Urkunden und Jubel sorgen dafür, dass jeder sich wie ein Gewinner fühlte.
Doch wie jede Reise muss auch diese enden. Am Mittwochmorgen wurden die letzten Taschen gepackt, ein letztes Mal wurde zusammen gefrühstückt und sich in unseren großen Kreis um den Fahnenmast aufgestellt. Der Schlachtruf erklang ein letztes Mal in voller Lautstärke, das Lagerlied wurde gesungen und dann hieß es Abschied nehmen. Von der Crew, von der Galaxie und von zehn Tagen voller Abenteuer. Tränen flossen, doch in allen Herzen blieb der Gedanke: Wir waren gemeinsam unterwegs, wir haben gelacht, gesungen, gespielt, geschwitzt und gestaunt – und das Universum und das Galaxielager werden uns noch lange im Kopf bleiben.
Bis nächstes Jahr, wenn sich wieder ein neues Kapitel in der unendlichen Geschichte der Zeltlager öffnet.
(Bericht: Rico Hornung)
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